qualitatives Web-Monitoring
Das qualitative manuelle Web-Monitoring kann als ein Weiterentwicklung des manuellen quantitativen Web-Monitoring gesehen werden, welches ohnehin bereits sehr aufwändig ist. Geht man davon aus, dass bereits eine Basis vorhanden ist so folgen hier zwei weitere Schritte folgen.

1. Identifikation
(Identifikation von Quellen, die den Untersuchungsgegenstand beinhalten)

Bei der Identifikation von Quellen muss die manuelle quantitative
Web-Monitoring angewandt werden. Dabei werden aber nicht nur die Quellen gezählt, sondern auch die Dokumente erfasst und für ein späteres Text-Mining aufbereitet. Da es sich um ein manuelles Verfahren handelt, muss wieder eine repräsentative Menge an Dokumenten selektiert werden.

Da das Text-Mining in diesem Fall durch Menschen erfolgt, lässt sich schnell eine grobe Bewertung des Beitrags oder der Quelle feststellen. Dabei bieten sich die grundlegenden Einteilungskriterien wie "Neutral", "Positiv" und "Negativ" an.

Gegebenenfalls kann man noch feinere Facetten hinzufügen, um den Untersuchungsgegenstand noch detaillierter zu beleuchten.

2. Anwendung
(Anwendung von Text-Mining Methoden zur Extraktion von handlungsrelevanten Informationen)

Text-Mining ist im Bezug auf das manuelle Web-Monitoring nur bedingt einsetzbar, da es meist mit automatischen Verfahren realisiert wird. Dies ist vor allem bei einer großen Anzahl von Dokumenten erforderlich. Aus diesem Grund wird Text-Mining nochmal in
automatisches Web-Monitoring aufgegriffen und näher erläutert.

Die Reichweite des manuellenqualitativen Web-Monitoring ist begrenzt und nur bedingt für Imageanalysen einsetzbar.

Im Beispiel von Kryptonite wäre das manuelle qualitative Web-Monitoring vergleichbar mit einem Glücksspiel. Die Meldung, dass sich die Fahrradschlösser des Anbieters mit einem Kugelschreiber knacken lassen, wurde zu einem Zeitpunkt X im Internet veröffentlicht. Diese Initialzündung hatte eine schnelle Verbreitung der Information zur Folge. Mit dem manuellen qualitativen Web-Monitoring hätte man nun genau diese Quelle die zur Initialzündung führte aufspüren müssen, damit noch Maßnahmen zur Linderung des Schadens eingeleitet werden hätten können. Dieser Fall ist allerdings sehr unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist hier ein Auffinden der Information zu einem Zeitpunkt, an dem schon eine starke Penetration der Information im Internet erfolgt ist. Dabei gilt, je höher die Aktualität und der Grad der Sensation oder die persönliche Betroffenheit der Betrachter ist, desto schneller zirkuliert die Nachricht. Somit fehlt dem qualitativen manuellen Web-Monitoring die Geschwindigkeit zum Aufspüren handlungsrelevanter Informationen zu einem Untersuchungsgegenstand.