Web-Monitoring-Grenzen

Vor allem die starke Verbreitung und das enorme Wachstum des Internets zeigen den Bedarf an automatischen Web-Monitoring-Systemen.

Dennoch sind auch automatische Web-Monitoring-Systeme kein Allheilmittel für die Kontrolle von Meinungs- und Imagebildungen im Internet. Auch hier kristallisieren sich Grenzen und Probleme heraus die eine ständige Weiterentwicklung solcher Systeme erfordern. Im wesentlichen sind drei Punkte zu nennen, die eine Einschränkung der Funktion von automatischen Web-Monitoring-Systemen bewirken.

1. Intellektueller Input
Die Ausführungen zur automatischen Web-Monitoring sprechen von einer Notwendigkeit einer Basis, die als Startpunkt für die Informationssuche im Internet durch das System dient. Somit kann man im Grundsatz nicht von einem vollständigen Automatismus sprechen. Das System muss unterwiesen werden, um die Bedürfnisse des Systemnutzers zu verstehen und dementsprechend die Ergebnisse zu liefern. Diese Unterweisung geschieht mittels einer Basis die intellektuell durch Menschen erstellt wird. Die Qualität der Basis entscheidet dabei in besonderer Weise über die Qualität der Ergebnisse die das Web-Monitoring-System liefert. Diese intellektuelle Bearbeitung kann als eine Schwäche ausgelegt werden. Das gilt insbesondere bei vergleichenden Analysen durch Web-Monitoring-Systeme, bei der die Basis durch verschiedene Personen erstellt wird.

2. Hardware- und Softwaregrenzen
Der zweite Punkt, der Grenzen bei Web-Monitoring-Systemen aufzeigt, ist rein technischer Natur. Dabei kann man sowohl Hardware- als auch Softwareaspekte als Schwachstellen im System nennen. Der Hardwareaspekt gelangt dabei an Grenzen, die durch die enorme Speicherung von gesammelten Informationen erzeugt werden. Der Spider durchwandert auf der Suche nach Informationen einen Suchbaum und sammelt Quellen ein, die für eine spätere Analyse gespeichert werden müssen. Durch die spätere Analyse entstehen wiederum neue Informationen, die auch gespeichert werden müssen. Je weiter das Spektrum, desto mehr Speicherplatz wird benötigt.

Der Softwareaspekt zielt insbesondere auf die Algorithmen zur Analyse der Informationsquellen ab. Um einen hohen Automatisierungsgrad zu erreichen ist ein System notwendig, welches einen gewissen Grad an künstlicher Intelligenz aufweisen muss. Somit sind auch hier Grenzen gegeben, die die Effektivität eines Web-Monitoring-Systems mindern können. Im wesentlichen geht es bei diesem Punkt um die Kostenfrage. Sowohl die Hardware als auch die Software kann als erheblicher Kostenfaktor angesehen werden. Hier entsteht ein Dilemma der Investitionsmotivation. Ergebnisse und Vorteile durch ein Web-Monitoring-System können erst nach der Investition präsentiert werden. Eine Abschätzung, welche Ergebnisse ein solches System liefern kann ist allerdings nur wage möglich.

3. Komplexität des Internets
Der dritte und letzte Punkt der automatische Web-Monitoring-Systeme einschränkt ist das Ausmaß des Internets. Empirische Studien beweisen, dass die öffentliche Meinung immer stärker im Internet stattfindet. Dadurch steigt die Komplexität des Mediums Internet drastisch an. Da das Internet nur in einem sehr geringen Maße an Normen und Regeln gebunden ist wird dieser Komplexitätseffekt noch intensiviert. Manuelle Web-Monitoring-Systeme stoßen daher schon sehr früh an ihre Grenzen. Automatische Webmonitoringsysteme sollen hier den Aufwand zur Analyse des Internets kompensieren. Eine Überwachung des vollständigen Internets ist dabei ein nahezu unerreichbares Ziel. Schon die erstellte Basis, die den Suchbaum des Spiders steuert kann lediglich einen Bruchteil des Internets untersuchen. Somit sind die Grenzen des automatischen Webmonitoring relativ schnell erreicht.Diese drei Punkte zeigen deutlich, dass ein automatisches Web-Monitoring große Herausforderungen beinhaltet. Dennoch soll dies keine Abwertung im Bezug auf die Effektivität solcher Systeme darstellen. Vielmehr sollen Polarisationen von Meinungs- und Imagebildungen geortet werden, um diese dann auf die Gesamtheit übertragen zu können. Trotzdem stellt die wachsende Komplexität des Internets Probleme da, die eine effiziente Funktionalität der Systeme erschwert.